Austritt von Gefahrenstoffen

Austritt von Gefahrenstoffen

Der Austritt von Gefahrenstoffen ist eine ernste Notfallsituation, die in der betrieblichen Notfallorganisation sorgfältig berücksichtigt werden muss. Gefahrenstoffe können Chemikalien, Gase, Flüssigkeiten oder andere Stoffe sein, die bei unkontrolliertem Austritt eine Gefahr für Menschen, die Umwelt und die Infrastruktur darstellen. Hier ist eine detaillierte Erklärung zu diesem Thema:

1. Gefahrenstoffe und ihre Risiken

Arten von Gefahrenstoffen:

  • Chemikalien: z. B. Säuren, Laugen oder Lösungsmittel.
  • Gase: z. B. Ammoniak, Chlor, Kohlenmonoxid.
  • Biologische Stoffe: z. B. infektiöse Substanzen oder mikrobiologische Erreger.
  • Radioaktive Stoffe: z. B. in medizinischen oder industriellen Anwendungen.

Risiken:

  • Gesundheit: Akute Gefährdung durch Einatmen, Hautkontakt oder Verschlucken.
  • Umwelt: Kontamination von Boden, Wasser und Luft.
  • Brand- und Explosionsgefahr: Einige Stoffe sind hochentzündlich oder reagieren mit anderen Substanzen.
  • Sachschäden: Zerstörung von Geräten, Anlagen oder Gebäuden.

2. Ursachen für den Austritt von Gefahrenstoffen

  • Technisches Versagen: Leckagen an Tanks, Rohren oder Ventilen.
  • Menschliches Versagen: Fehler bei der Lagerung, Handhabung oder Transport.
  • Unfälle: Beschädigungen durch mechanische Einflüsse, z. B. Staplerkollisionen.
  • Sabotage: Vorsätzliche Freisetzung durch Dritte.
  • Naturkatastrophen: Überschwemmungen, Erdbeben oder andere Ereignisse.

3. Massnahmen in der Betrieblichen Notfallorganisation

a) Prävention

  • Sicherheitsanalysen: Identifikation potenzieller Gefahrenquellen und Risikoabschätzung.
  • Lagerung: Einhaltung von Vorschriften zur sicheren Aufbewahrung.
  • Kennzeichnung: Klare und sichtbare Kennzeichnung von Gefahrenstoffen gemäss GHS (Global Harmonized System).
  • Schulung: Regelmässige Trainings für Mitarbeitende zur sicheren Handhabung von Gefahrenstoffen.
  • Technische Ausstattung: Installation von Leckagemeldern, Sicherheitsventilen und Auffangsystemen.

b) Notfallpläne

  • Evakuierungskonzept: Schnelle Räumung betroffener Bereiche.
  • Alarmierung: Einrichtung von Alarmplänen für betroffene Mitarbeitende und Rettungskräfte.
  • Rettungsmassnahmen: Bereitstellung von Notfallduschen, Augenspülstationen und Schutzkleidung.
  • Eindämmung: Einsatz von Bindemitteln, Absperrungen oder Notdämmen, um die Ausbreitung zu verhindern.

c) Technische Schutzmassnahmen

  • Lüftungssysteme: Sicherstellung, dass gefährliche Gase oder Dämpfe schnell abgeführt werden können.
  • Sensoren: Gasdetektoren und Alarmsysteme zur frühzeitigen Erkennung von Lecks.
  • Auffangwannen: Verwendung von Wannen oder Behältern, um auslaufende Flüssigkeiten aufzufangen.

d) Zusammenarbeit mit Behörden

  • Kontakt zu Rettungsdiensten: Zusammenarbeit mit Feuerwehr, Polizei und Katastrophenschutz.
  • Informationspflicht: Meldung von Unfällen an zuständige Behörden, z. B. Umweltbehörden.
  • Sicherstellung der Dokumentation: Bereithalten von Sicherheitsdatenblättern (SDB) für alle verwendeten Stoffe.

4. Verhalten im Notfall

a) Sofortmassnahmen

  • Alarm auslösen: Sofortige Information der Mitarbeitenden und Aktivierung des Notfallplans.
  • Evakuierung: Räumung des betroffenen Bereichs gemäss Evakuierungskonzept.
  • Eindämmung: Falls möglich, Eindämmung des Austritts durch geschulte Personen (z. B. Schliessen eines Ventils).
  • Schutzmassnahmen: Einsatz von Atemschutzgeräten und persönlicher Schutzausrüstung (PSA).

b) Kommunikation

  • Interne Kommunikation: Klare Anweisungen an Mitarbeitende durch Lautsprecherdurchsagen oder Alarmsysteme.
  • Externe Kommunikation: Informieren der Rettungsdienste und Behörden mit genauen Angaben (z. B. Art und Menge des Stoffes).

c) Rettungsmassnahmen

  • Erste Hilfe: Sofortige Behandlung von betroffenen Personen, z. B. Spülen von Augen oder Haut.
  • Medizinische Versorgung: Alarmierung von Rettungskräften für schwerwiegende Verletzungen oder Vergiftungen.

5. Nachbereitung und Wiederherstellung

  • Dekontamination: Reinigung des betroffenen Bereichs und ordnungsgemässe Entsorgung kontaminierter Materialien.
  • Analyse: Untersuchung der Ursachen des Vorfalls und Identifikation von Schwachstellen.
  • Berichtswesen: Erstellung eines detaillierten Berichts für interne Zwecke und Behörden.
  • Anpassung der Prozesse: Überarbeitung von Sicherheitsmassnahmen und Schulungen zur Vermeidung ähnlicher Vorfälle.

Eine Verpuffung, oder auch Deflagration genannt ist ein schneller Verbrennungsvorgang, der durch eine plötzliche, heftige und schlagartige Freisetzung von Gasen, Flüssigkeiten oder festen Stoffen in einer geschlossenen oder ungenügend belüfteten Umgebung verursacht wird.

So bewerten Sie Risiken

Notfallplan / Evakuierung Fachbroschüren

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