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Notfallplan / Evakuierung in der Forschung

Die Evakuierung in Forschungseinrichtungen ist besonders anspruchsvoll, da sie komplexe und oft gefährliche Arbeitsumgebungen umfassen. Spezielle Anforderungen ergeben sich aus der Präsenz sensibler Geräte, gefährlicher Chemikalien, biologischer Proben oder sogar radioaktiver Materialien. Ein detaillierter und flexibler Evakuierungsplan ist daher unverzichtbar, um die Sicherheit von Mitarbeitenden, Besuchern und empfindlicher Infrastruktur zu gewährleisten.

Evakuierungsplan für Forschungseinrichtungen

a) Ziele eines Evakuierungsplans

  • Personensicherheit: Priorisierung der Sicherheit aller Personen im Gebäude.
  • Schutz sensibler Materialien: Sicherung von Forschungsergebnissen, Geräten und Gefahrstoffen.
  • Reibungslose Koordination: Effiziente Zusammenarbeit zwischen internen Teams und externen Einsatzkräften wie Feuerwehr und Polizei.

b) Inhalte des Evakuierungsplans

Fluchtwege und Notausgänge:

  • Detaillierte Karten mit markierten Fluchtwegen und Notausgängen.
  • Angabe alternativer Routen, falls Hauptwege blockiert sind.

Sammelplätze:

  • Klar definierte, sichere Sammelplätze ausserhalb des Gebäudes.
  • Getrennte Sammelplätze für Mitarbeitende aus Hochrisikobereichen (z. B. Labore mit Chemikalien oder radioaktiven Stoffen).

Risikoanalyse:

  • Identifikation der spezifischen Gefahren in den verschiedenen Bereichen.
  • Festlegung von Massnahmen für den Umgang mit Gefahrstoffen, empfindlichen Geräten oder biologischen Proben.

Zuständigkeiten:

  • Benennung von Evakuierungshelfern und Sicherheitsbeauftragten für jeden Bereich.
  • Koordinationsstelle zur zentralen Überwachung der Evakuierung.

Schutz- und Evakuierungsmittel:

  • Atemschutzmasken, Feuerlöscher, Schutzkleidung und Erste-Hilfe-Kits.
  • Evakuierungsstühle oder -tücher für eingeschränkte Personen.

Vorgehen bei einer Evakuierung

a) Evakuierungsarten

  • Teilweise Evakuierung: Gefährdete Bereiche werden geräumt, z. B. bei lokalen Chemieunfällen oder Bränden.
  • Komplette Evakuierung: Das gesamte Gebäude wird evakuiert, z. B. bei grossflächigen Bränden, Explosionen oder Gaslecks.
  • Horizontale Evakuierung: Verlagerung in sichere Zonen derselben Ebene.
  • Vertikale Evakuierung: Evakuierung in andere Stockwerke oder ins Freie.

b) Schritte im Evakuierungsprozess

Alarmierung:

  • Aktivierung des Alarmsystems (z. B. Rauchmelder, Notrufknöpfe).
  • Information der Feuerwehr, Polizei und anderer Einsatzkräfte.
  • Interne Alarmierung aller Mitarbeitenden und Besucher.

Initialmassnahmen:

  • Abschalten sensibler Geräte oder Experimente, sofern dies sicher möglich ist.
  • Sichern von Gefahrstoffen, Proben oder wertvoller Ausrüstung.

Räumung der Bereiche:

  • Evakuierungshelfer führen Personen zu den Fluchtwegen.
  • Einsatz von Atemschutzmasken bei Rauchentwicklung oder giftigen Dämpfen.

Nutzung von Fluchtwegen:

  • Klare Nutzung gekennzeichneter Wege und Treppenhäuser.
  • Aufzüge dürfen nur nach Freigabe der Feuerwehr genutzt werden.

Sammelplätze und Kontrolle:

  • Anwesenheitskontrolle an den Sammelplätzen.
  • Meldung von fehlenden Personen an die Einsatzkräfte.

Kommunikation:

  • Laufende Abstimmung zwischen Leitung, Mitarbeitenden und Rettungskräften.

Spezielle EVAK-Konzepte für besondere Bereiche und Forschungslabore

a) Chemielabore

Herausforderungen:

  • Gefahr durch Chemikalien, giftige Dämpfe oder Reaktionen bei Feuer.

Massnahmen:

  • Evakuierung mit Atemschutzmasken und Schutzkleidung.
  • Sicherung oder Abdichtung von Chemikalien, wenn sicher möglich.

b) Biologische Labore

Herausforderungen:

  • Risiko der Freisetzung gefährlicher biologischer Proben oder Erreger.

Massnahmen:

  • Proben in Sicherheitsbehältern verschliessen, wenn die Zeit es erlaubt.
  • Evakuierung in Schutzkleidung bei biologischer Kontamination.

c) Physikalische und technische Labore

Herausforderungen:

  • Gefahren durch Hochspannung, Laser oder starke Magnetfelder.

Massnahmen:

  • Abschalten sensibler Geräte, sofern sicher möglich.
  • Schutz vor Stromschlägen und mechanischen Gefahren.

d) Radioaktive Bereiche

Herausforderungen:

  • Strahlungsgefahr bei Beschädigung oder unkontrollierter Freisetzung.

Massnahmen:

  • Evakuierung mit Dosimetern und Schutzkleidung.
  • Einsatz von Strahlenschutzteams zur Sicherung des Bereichs.

e) IT- und Datenzentren

Herausforderungen:

  • Gefahr durch Brände oder Überhitzung, Datenverlust.

Massnahmen:

  • Notabschaltung kritischer Server.
  • Evakuierung ohne Verzögerung, Fokus auf Personensicherheit.

Evakuierung / Notfallplan Fachbroschüren

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