Notfallplan / Evakuierung Event / Grossanlass

Notfallplan / Evakuierung Event / Grossanlass

Die Evakuierung bei einem grösseren Event oder einem Grossanlass ist eine besonders komplexe Aufgabe, da hohe Menschenansammlungen, unterschiedliche Veranstaltungsbereiche und mögliche Paniksituationen berücksichtigt werden müssen. Ein gut ausgearbeiteter Evakuierungsplan ist entscheidend, um die Sicherheit der Teilnehmer, Besucher und Mitarbeitenden zu gewährleisten.

Evakuierungsplan für einen Event oder Grossanlass

a) Ziele des Plans

  • Sicherheit aller Teilnehmer: Vermeidung von Panik, Unfällen und Verletzungen.
  • Schnelle und geordnete Evakuierung: Koordination grosser Menschenmengen ohne Überlastung der Fluchtwege.
  • Klare Verantwortlichkeiten: Sicherstellung eines reibungslosen Ablaufs durch geschultes Personal.

b) Inhalte des Evakuierungsplans

Fluchtwege und Notausgänge:

  • Ausreichende Anzahl an Notausgängen, die deutlich gekennzeichnet sind.
  • Breite und barrierefreie Fluchtwege, um grosse Menschenmengen schnell abzuleiten.
  • Regelmässige Überprüfung, dass Fluchtwege frei von Hindernissen sind.

Sammelplätze:

  • Festlegung von sicheren Sammelplätzen ausserhalb des Veranstaltungsortes.
  • Kommunikation der Sammelplätze über Hinweisschilder und Durchsagen.

Gebäude- und Geländepläne:

  • Detaillierte Pläne mit allen Fluchtwegen, Notausgängen und Sammelpunkten.
  • Spezifische Risikobereiche wie Bühnen, Technikräume und Gastronomie werden hervorgehoben.

Zuständigkeiten:

  • Benennung von Evakuierungshelfern für verschiedene Bereiche.
  • Einrichtung einer zentralen Koordinationsstelle zur Überwachung der Evakuierung.

Kommunikation und Alarmierung:

  • Lautsprecherdurchsagen in mehreren Sprachen.
  • Visuelle Alarme für Menschen mit Hörbehinderungen.
  • Klare Anweisungen über digitale Systeme (z. B. Event-Apps oder SMS-Benachrichtigungen).

Evakuierungshilfsmittel:

  • Bereitstellung von Evakuierungsstühlen oder anderen Hilfsmitteln für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen.
  • Markierungen und Beleuchtung der Fluchtwege auch bei Dunkelheit.

Vorgehen bei einer Evakuierung anlässlich eines Events bzw. Grossanlasses

a) Evakuierungsarten

Teilweise Evakuierung:

  • Räumung eines bestimmten Bereichs, z. B. bei einem lokalen Vorfall wie einem Brand in der Gastronomie.
  • Räumung eines bestimmten Bereichs, z. B. bei Gewalt ud heftigen Konflikten

Komplette Evakuierung:

  • Räumung des gesamten Geländes, z. B. bei einem Amok-Lauf
  • Räumung des gesamten Geländes, z. B. bei einem Sicherheitsalarm oder einer Naturkatastrophe.
  • Gefahr durch ein drohendes Unwetter

b) Schritte im Evakuierungsprozess

Alarmierung:

  • Entscheidungsfindung: Zeitpunkt einer präventiven Evakuierung, z.B. bei einer drohenden Gefahr (drohendes Unwetter)
  • Aktivierung des Alarmsystems (akustisch und visuell).
  • Information der Einsatzkräfte (Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste).
  • Lautsprecherdurchsagen zur Evakuierung.

Leitung und Organisation:

  • Einsatz von Evakuierungshelfern zur gezielten Leitung der Menschenmengen.
  • Vermeidung von Staus und Gedränge an Fluchtwegen durch gestaffelte Räumung.

Nutzung der Fluchtwege:

  • Gezielte Nutzung aller verfügbaren Ausgänge.
  • Vermeidung von Rückstau durch klare Anweisungen und Absperrungen.

Sammelplätze und Kontrolle:

  • Leitung der Menschen zu sicheren Sammelplätzen.
  • Überprüfung, ob Personen vermisst werden.

Zusammenarbeit mit Rettungskräften:

  • Bereitstellung von Plänen und Informationen über Risikobereiche.
  • Unterstützung der Einsatzkräfte durch geschultes Personal.

Spezielle EVAK-Konzepte für Fachbereiche

a) Bühnen- und Veranstaltungsbereich

Herausforderungen:

  • Grosse Menschenansammlungen vor der Bühne können zu Gedränge und Panik führen.

Massnahmen:

  • Deutliche Markierung der Fluchtwege in der Nähe der Bühne.
  • Schulung von Sicherheitspersonal im Umgang mit Paniksituationen.

b) Gastronomiebereich

Herausforderungen:

  • Brandgefahr durch Küchen und mobile Gastronomiestände.
  • Enge Räume und viele Menschen.

Massnahmen:

  • Regelmässige Kontrolle von Gas- und Elektrogeräten.
  • Schulung des Personals in Brandschutz und Evakuierung.

c) Technik- und Backstage-Bereich

Herausforderungen:

  • Elektrische Anlagen und technische Geräte können Brände oder Kurzschlüsse verursachen.

Massnahmen:

  • Notabschaltung technischer Geräte durch geschultes Personal.
  • Regelmässige Überprüfung der elektrischen Anlagen.

d) Zuschauertribünen

Herausforderungen:

  • Engpässe bei den Treppen oder Blockierungen durch sitzende Personen.

Massnahmen:

  • Zusätzliche Evakuierungshelfer für die Räumung von Tribünen.
  • Einsatz von Lautsprechern zur Steuerung der Menschenmengen.

Notfallplan und Evakuierung - Vorlagen und Tools

Evakuierung / Notfallplan Fachbroschüren

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