Notfallplan / Evakuierung Spital oder Klinik

Notfallplan und Evakuierung in Bar, Diskothek oder Restaurant

Dieser Leitfaden zeigt, wie Betreiber in der Gastronomie und Eventbranche ein wirksames Notfallkonzept entwickeln, testen und schulen – praxisnah, rechtskonform und mit Fokus auf Gäste- und Mitarbeitersicherheit.

Bedeutung eines Notfallplans in der Gastronomie

In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind Betreiber von Versammlungsstätten verpflichtet, Gefährdungen systematisch zu erfassen und Massnahmen zur Gefahrenabwehr zu treffen. Ein Notfallplan bildet den Rahmen, wie bei Brand, Stromausfall, medizinischem Notfall oder Panik reagiert wird.

Der Plan dient der:

  • Minimierung von Personenschäden und Sachverlusten

  • Einhaltung gesetzlicher Auflagen (z. B. SUVA, VStättVO, Arbeitsstättenverordnung)

  • Koordination mit Feuerwehr und Rettungsdiensten

  • Schnelle Wiederaufnahme des Betriebs nach einem Ereignis

Mehr zur rechtlichen Struktur finden Sie in unserem Beitrag über den gesetzlichen Brandschutz in der Gastronomie .

Gefahrenanalyse als Basis

Bevor ein Notfallplan ausgearbeitet wird, zählt die Gefährdungsbeurteilung zu den ersten Schritten. Nur wer seine Risiken kennt, kann realistische Evakuierungsmassnahmen planen.

Typische Risiken:

  • Offene Flammen (Kerzen, Küchenbereich, Rauchen)

  • Elektrische Anlagen und Lichteffekte

  • Überfüllte Räume, blockierte Fluchtwege

  • Pyrotechnik, Nebelmaschinen

  • Betrunkene oder panische Gäste

Die Risikobewertung sollte mindestens einmal jährlich aktualisiert werden – oder direkt nach baulichen Änderungen. Unterstützend hilft eine Sicherheitsbegehung der Veranstaltungsstätte .

Aufbau eines Notfall- und Evakuierungsplans

Ein professioneller Notfallplan besteht aus mehreren Abschnitten, die sich an Normen wie DIN 14096 (Brandschutzordnung) orientieren. Der Inhalt sollte übersichtlich und selbsterklärend gestaltet sein.

Struktur und Materialien

  1. Allgemeine Daten: Adresse, Verantwortliche, telefonische Erreichbarkeit, Betriebszeiten.

  2. Notfallorganisation: Rollen und Aufgaben (z. B. Evakuierungshelfer, Sicherheitsbeauftragter, Ersthelfer).

  3. Gefährdungsszenarien: Brand, technischer Defekt, medizinischer Zwischenfall, Gewalt oder Terrorlage.

  4. Verhaltensanweisungen: klare Handlungsfolgen für Beschäftigte und Gäste.

  5. Evakuierungsplan mit Flucht- und Rettungswegen.

  6. Alarmierungskette: interne und externe Alarmierung.

  7. Kommunikation im Notfall.

  8. Nachsorge und Dokumentation.

Im Leitfaden Notfallmanagement für Betriebe finden Sie Checklisten und Formvorlagen zur Strukturierung.

Alarm- und Kommunikationskette

Die Wirksamkeit eines Notfallplans hängt stark von der Reaktionsgeschwindigkeit ab. Eine klare Alarm- und Kommunikationskette stellt sicher, dass keine wertvolle Zeit verloren geht.

  • Interner Alarm: Sicht- oder Tonsignal, Ansage durch Personal.

  • Externer Alarm: Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst über 112

  • Informationsweitergabe: leitende Person koordiniert und protokolliert.

Wichtig ist, dass alle Mitarbeiter wissen, wer welchen Schritt ausführt. Verzögerungen durch unklare Zuständigkeiten sind in einer akuten Paniklage gefährlich.

Integration in das betriebliche Sicherheitskonzept

Ein Notfall- und Evakuierungsplan ist Teil einesUmfassendes Sicherheitsmanagement.
Neben Brandschutz umfasst dieses auch Arbeitssicherheit, Besuchermanagement, Zugangskontrolle und technische Wartung.

Durch die Integration entsteht ein klares Gesamtkonzept für Schutz und Compliance.
Damit kann der Betreiber gegenüber Behörden oder Versicherungen jederzeit eine funktionsfähige Sicherheitsorganisation nachweisen.

Evakuierungsablauf in Bars, Diskotheken und Restaurants

Der Evakuierungsprozess unterscheidet sich je nach Lokaltyp und Raumstruktur. Bei dicht gefüllten Eventflächen oder Tanzräumen muss besonders auf Fluchtwege, Lichtverhältnisse und Gästepsychologie geachtet werden.

Schritte einer Evakuierung

  1. Alarm auslösen über Brandmeldeanlage, Ruf oder Ansage.

  2. Lichtsignale aktivieren , Musik und Effekte sofort stoppen.

  3. Personal verteilt sich entlang der Fluchtwege und weist Gäste an.

  4. Hauptausgänge priorisieren , Notausgänge kontrollieren.

  5. Treffpunkt aussen festlegen , Zutritt verhindern.

  6. Nachzählung und Übergabe an Rettungskräfte.

Ein grafisch einfacher Flucht- und Rettungsplan nach ISO Norm sollte im Eingangsbereich und an zentralen Stellen ausgehängt werden. Lesen Sie dazu auch, wie Sie Fluchtwegpläne korrekt anbringen .

Notfallplan / Evakuierung Vorlagen und Tools

Beispiel: Brandalarm in einer Diskothek

Ein praktisches Beispiel verdeutlicht die Abläufe:

In einer vollbesetzten Diskothek mit über 250 Gästen bricht in der Nähe der Bar ein Kabelbrand hinter einem Kühlgerät aus. Der Rauchmelder löst Alarm aus. Das Lichtsystem schaltet sich automatisch auf Notbeleuchtung, die Musik stoppt. Das geschulte Personal leitet die Gäste ruhig über die freigehaltenen Wege nach aussen.

Dank Vorbereitung, regelmässiger Übungen und eines klaren Evakuierungsplans konnte die Räumung innerhalb von drei Minuten abgeschlossen werden. Kein Gast wurde verletzt – ein Paradebeispiel funktionierender Notfallorganisation.

Schulung, Übung und Dokumentation

Ein schriftlicher Notfallplan nützt wenig ohne Schulung und Training. Mitarbeiterschulungen sollten mindestens einmal jährlich stattfinden – bei hoher Fluktuation.

Inhalte:

  • Verhalten im Brandfall

  • Position und Aufgaben im Notfall

  • Nutzung von Feuerlöschern

  • Evakuierung von Menschen mit Einschränkungen

Übungen sollten realistische Szenarien abbilden und protokolliert werden. So erhalten Sie vom Betreiber wertvolle Rückmeldungen zur Umsetzung.
Weiterführende Tipps bietet der Beitrag Evakuierungsübungen in der Gastronomie planen .

Typische Fehler in der Praxis

Viele Betreiber unterschätzen organisatorische Risiken. Häufiger Fehler:

  • Fluchtwege sind zugestellt (z. B. durch Dekoration oder Mobiliar)

  • Personal kennt den Sammelpunkt nicht

  • Notbeleuchtung ist defekt

  • Fehlende erste Hilfe im Ernstfall

  • Keine Dokumentation nach Übungen

Bei Audits und Nachkontrollen fallen diese Mängel schnell auf – sie können die Betriebsgenehmigung gefährden.

Checkliste: Notfall- und Evakuierungsplanung

Bereich Prüffrage Status
(✓/✗)
Notfall-
organisation
Gibt es ausgewählte Rollen mit klaren Verantwortlichkeiten?  
Risiko-
bewertung
Sind Brand- und Panikszenarien dokumentiert?  
Alarmierung Funktionieren alle akustischen und optischen Signale?  
Evakuierung Sind alle Fluchtwege markiert und frei?  
Schulung Wurden Mitarbeiterschulungen nachgewiesen?  
Dokumentation Ist das letzte Protokoll verfügbar?  

FAQs zum Notfallplan in der Gastronomie

Muss jede Bar oder jedes Restaurant einen Notfallplan haben?
Ja. Nach Arbeitsschutz- und Versammlungsstättenverordnungen ist ein Notfallkonzept Pflicht – unabhängig von der Grösse des Betriebs.

Wie oft sollten Evakuierungsübungen stattfinden?
Mindestens einmal jährlich, idealerweise angekündigt und unangekündigt im Wechsel.

Wer ist für die Erstellung verantwortlich?
Der Betreiber oder die verantwortliche Geschäftsführung. Sie können sich von einem Brandschutzbeauftragten beraten lassen.

Wie lange ist ein Notfallplan gültig?
Unbegrenzt, jedoch regelmässig zu überprüfen (mind. jährlich oder nach Änderungen im Betrieb).

Muss der Plan in Papierform vorliegen?
Ja, digital reicht nicht. Gedruckte Exemplare gehören zu den zentralen Punkten (z. B. Büro, Tresen, Küche).

Notfallplan / Evakuierung Fachbroschüren

Fragen

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